Einer dieser Tage

Heute ist wieder einer dieser Tage. Es regnet seit dem Mittag, aber es könnte genauso die Sonne scheinen. Diesen Tagen ist das Wetter egal, sie brauchen keinen Anlass, um mein Hirn in undurchdringlichem Nebel verschwinden zu lassen. Draußen vor dem Fenster sind: der Baum, der derartig radikal beschnitten wurde, dass er wie tot aussieht; eine braune Biomülltonne, die in der engen Straße einen kurzzeitig freien Parkplatz blockiert; ein Plastikmüllsack am Zaun gegenüber. Jemand hat die Abfuhrtermine verwechselt; morgen werden graue und braune Tonne gelehrt. Ich stelle mir vor, wie ein Autofahrer auf Parkplatzsuche wütend die Biotonne umfährt. Kartoffelschalen und Hühnchenknochen spratzen heraus, dazwischen verteilt sich herausgerissenes Unkraut. In Wirklichkeit passiert: nichts. Mein Rücken will nicht gerade sitzen. Ich weiß auch gar nicht, was ich in dieses Dokument tippen soll. Da geht gegenüber ein kleines Licht an. Die Nachbarin übt auf ihrer Geige. Ich klappe den Laptop zu.

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